Ich habe schon im August die Bitte erhalten mich einmal über die Verschlüsselung von Dateien zu schreiben, heute nehme ich mich diesem Thema an. Ich werde 2 einfache Möglichkeiten vorstellen, die unter Windows als auch so oder so ähnlich unter Linux und anderen Betriebssystemen funktionieren sollten.
Zu erst stelle ich nun die Verschlüsselung mit Hilfe von OpenPGP/GnuPG vor.
Hierzu benötigen wir unter Windows die Software “GPG4Win”, die Installation habe ich schon ein mal in einem früheren Post erklärt. Diese Möglichkeit bietet unter anderen auch den Vorteil, das wir diese Datei auch für mehrere Empfänger verschlüsseln können, ohne das wir eine Geheime-Passphrase austauschen müssen.
Zu erst öffnen wir die Anwendung “Kleopatra”

Diese Anwendung verwaltet unsere Schlüssel und Zertifikate, da wir hier auf einem leeren Test-System sind, müssen wir also erst ein neues Schlüssel-Paar/Zertifikat erzeugen, das geht über “Datei” > “Neues Zertifikat…”

Nun sollte sich ein neuer Dialog öffnen, in dem wir die erste Option auswählen.

Nun erzeugen wir ein neues OpenPGP-Schlüssel-Paar, um ein valides PGP-Schlüssel-Paar zu bekommen, müssen wir nun deinen Namen und eine E-Mail-Adresse angeben, diese muss nicht unsere persönlichen Daten enthalten, sondern können für diesen Fall auch einfach die Funktion beschreiben.

Durch eine Klick auf weiter erreichen wir nun den Punkt, an den wir unsere Daten erneut überprüfen müssen.

Nach dem wir die Daten auf ihre Richtigkeit überprüft haben kommen wir zum nächsten wichtigen Punkt das erzeugen des Schlüssels, aber zunächst werden wir aufgefordert eine Passphrase (Die Themen Passphrasen erzeugen und verwalten habe ich schon in früheren Artikeln beschrieben) zum Schutz unseres Schlüssels zu vergeben. Wichtig hierbei ist, das wir die Passphrase auf keinen Fall vergessen sollten, sonst sind die verschlüsselten Daten nur noch Müll.

Nun wird der Schlüssel erzeugt und mit unsere Passphrase gesichert, zum Schluss werden wir noch gefragt ob wir eine Kopie des Schlüssels anlegen wollen, dies ist eine kluge Idee, da wir dann auch bei Verlust unseres original Schlüssels (Löschen des geheimen Schlüssel, nicht vergessen der Passphrase) die Möglichkeit habe auf unsere Daten zu zugreifen, am besten brennen wir die Kopie auf eine CD und deponieren sie an einem “sicheren” Ort.

Nun sind die Vorarbeiten getan, kommen wir nun zum spannenden Teil, die Verschlüsselung der eigentlichen Datei, das ist eigentlich ganz einfach, da “GPG4Win” einen Eintrag im Kontextmenü erstellt.

Nun öffnet sich ein Dialog, in dem wir die Einstellungen für die verschlüsselte Datei festlegen.

Durch den Klick auf “Weiter” kommen wir zu dem Punkt wo wir den “Empfänger” unsere geheimen Botschaft aus wählen, also uns.

Jetzt folgen die Einstellungen für die Digitale_Signatur, die soll später sicher stellen, das wir die letzten waren, die an der Datei etwas geändert haben. Die können wir auf den Standard-Werten belassen.
Durch einen beherzten Klick auf “Signieren & Verschlüsseln” wird die Datei verschlüsselt, digital signiert und das unverschlüsselte Original gelöscht, aber auch hier geht es nicht weiter ohne die Eingabe unsere Passphrase.

Nun werden wir von einem Dialog-Fenster darauf hingewiesen, das alles wunderbar geklappt hat.

Mit den Button “Fertigstellen” schließen wir die Verschlüsselung ab und was bleibt ist die Datei mit dem Namen Geheim.rtf.gpg.

Um diese nun wieder bearbeiten zu können, müssen wir sie wieder entschlüsseln, dies passiert auch über das Kontextmenü.

Hier genügt ein einfaches “Entschlüsseln/Prüfen” um die Datei wieder zu entschlüsseln.

Normalerweise würden wir hier noch einmal nach unserer Passphrase gefragt werden, nur da “Kleopatra” unsere Passhrase für 5 Minuten im Speicher behält werden wir hier nicht gefragt, aber wenn wir nun diese Datei einen Tag oder noch länger nicht bearbeitet hätten, oder uns auch nur vom Rechner abgemeldet hätten, müssten wir die Passphrase wieder eintippen.

Wenn alles geklappt hat und die Signatur zu unsere passt wird das Fenster grün und die Datei liegt nun wieder unverschlüsselt auf unserer Festplatte, so dass wir sie einfach bearbeiten können und nach dem bearbeiten wie oben beschrieben einfach wieder verschlüsseln können.
Im nächsten Beitrag zeige ich eine Möglichkeit, in der wir die Dateien in einem verschlüsselten Container speichern.
Ich bin Benedikt Frenzel und ich liebe GnuPG!
